Klasse 4a erkundet das Müllheizkraftwerk Coburg


Wir, die Klasse 4a der Grund- und Mittelschule Pressig beschäftigten uns in den letzten Wochen intensiv mit dem Thema Müll. Dabei lernten wir alles Wesentliche über die verschiedenen Arten von Abfall und in diesem Zuge natürlich auch über Müllvermeidung, Mülltrennung und Müllentsorgung und –wiederverwertung.


Zum Abschluss dieses Projektes fuhren wir schließlich am Montag, den 18. Februar 2013 morgens um 8.00 Uhr zusammen mit Frau Baumann und Frau Müller nach Coburg zum für den Landkreis Kronach zuständigen Müllheizkraftwerk.


Dort angekommen wurden wir von Herrn Müller und Frau Eisenträger-Sarter empfangen und in den Schulungsraum geführt. Dort bekamen wir viele Informationen zum Werdegang und dem Aufbau des Heizkraftwerkes. So erfuhren wir, dass in den 70-er Jahren die ersten Überlegungen zum Bau eines zentralen Müllentladeplatzes aufkamen, da die Gemeinden früher ihren gesamten Müll unsortiert in der Natur abluden, was natürlich sehr umweltschädlich war. Da aber kein solcher Platz gefunden werden konnte, einigte man sich auf den Bau des Müllheizkraftwerkes. Da solch eine Anlage sehr teuer ist, schlossen sich die Landkreise Kronach, Lichtenfels und Coburg zu einem Verbund zusammen und der Freistaat Bayern förderte das Projekt mit der Hälfte der Kosten. Eine einprägsame Erläuterung zum Müll früher und heute bekamen wir durch Frau Eisenträger-Sarter. Sie erzählte uns, dass in ihrer Kindheit viel weniger Problemmüll anfiel, da die Verpackungen hauptsächlich aus Papier, Pappe und Glas bestanden. Gerade Glas kann immer wiederverwertet werden und dient dadurch optimal der Nachhaltigkeit. Heute jedoch sind die meisten Verpackungen aus Kunststoff und Aluminium. Diese Stoffe machen bei der Entsorgung oft große Probleme. Wiederverwertet werden sie nicht. Nach einer kleinen Wiederholung, welcher Müll in welche Tonne gehört, ging die Führung los. Damit wir unsere Führer gut verstehen konnten, musste jeder zuerst einen Kopfhörer aufsetzen, denn in den Hallen des Heizkraftwerkes ging es teilweise durch die Maschinen recht laut zu.


Zuerst besichtigten wir die Müllentladestation. Danach besuchten wir den Arbeitsplatz des Kranführers, der hinter einer Glaswand von schräg oben einen prima Blick über den gesamten Müllbunker hat. Mit einem Greifer beförderte er den Müll in einen der beiden Öfen. Diese bekamen einmal von einer Schulklasse den Namen „Max und Moritz“. Hier wird der Müll bei ca. 1000 °C verbrannt. Wir waren ziemlich beeindruckt davon, dass die durch die Verbrennung entstehende Hitze in Fernwärme umgewandelt werden kann. Jeder der Brennöfen braucht natürlich einen Schlot, durch den der nahezu saubere Wasserdampf entweichen kann. Fast alle Schadstoffe werden in der Anlage aussortiert und der giftige Abfall in Thüringen tief unter der Erde in alten Salzstollen abgelagert, wo er nicht in das Grundwasser gelangen und somit keinen Schaden anrichten kann. Sollten jedoch einmal aus Wartungsgründen ein oder sogar beide Öfen ausfallen, gibt es einen Kohleofen, der geschürt werden muss, damit die Haushalte, Schulen und Krankenhäuser in Coburg noch Warmwasser und Wärme erhalten können. Deshalb gibt es nicht nur zwei sondern drei riesige Schlote. Die riesigen Rohre, durch die das heiße Wasser vom Kraftwerk in die Haushalte gelangt, beeindruckten uns sehr.


Das war ein interessanter und lehrreicher Unterrichtsgang..  Nun können wir uns ein Bild davon machen, wie aufwendig unser Müll entsorgt werden muss. Das spornt uns an, in Zukunft mehr zu versuchen, Müll zu vermeiden und auf wiederverwertbare Verpackungen, z.B. für unser Pausenbrot, zu achten.