Tattoo-Kunst an der Mittelschule in Pressig

Ob farbenfroh oder ganz in schwarz, ob unübersehbar oder geheimnisvoll – Tattoos beeindrucken.  Doch wer sich unbedacht für ein Tattoo entscheidet, ist damit ein Leben lang verbunden. Selbst nach einer aufwendigen Laserbehandlung bleibt die Erinnerung auf der Haut erkennbar. Viele denken, Tattoos seien eine Kunstform der Neuzeit,  aber selbst die Steinzeitmenschen kannten die Punktierung der Haut. In den verschiedenen Kulturen standen meist rituelle Gründe für eine Tätowierung im Vordergrund. Oft wurden Tattoos zur Kennzeichnung (ähnlich bei Tieren) der Zugehörigkeit einer Gruppe, später zur politischen Stellungnahme oder Protest benutzt. Heute steht das Tattoo als Kunstform für sich. Es ist Modetrend und Selbstdarstellung.

 

Generell gehören Tattoos zum Persönlichkeitsrecht. Doch gerade junge Erwachsene, die sich spontan für die Hautkunst entscheiden, sollten sich im Klaren sein, dass Arbeitgeber stark Tätowierten oft mit Vorurteilen und Ablehnung begegnen. Bei Berufen mit regelmäßigem Kundenkontakt sollten auffällige Motive bedeckt bleiben. Auszubildende oder Bewerber sollten sich daher ihres ersten Eindruckes bewusst sein, um nicht mit Kompetenzzweifeln rechnen zu müssen.

 

An der Mittelschule in Pressig hatten die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufen im Kunstunterricht die Möglichkeit,  sich experimentell mit der Kunstform auseinander-zusetzen. Nach dem Gestalten eigener Tattoos auf Papier kam vergangenen  Freitag die Tattoo-Künstlerin Tabea Fraas und malte den Jugendlichen ihre Motive auf die Haut der Unterarme. Sogenannte Tattoostifte bestehen aus hautverträglicher Kosmetiktinte und lassen sich rückstandslos entfernen.

 

Frau Fraas befindet sich zurzeit in der Ausbildung zur Fachlehrerin am Institut für Fachlehrer in Bayreuth und gestaltet Tattoos, wie Porträts, Schriftzüge und geschwungene Ornamente, sogenannte Tribals, aber auch Old-School-Motive wie Herzen, Sterne und Anker. Ebenso gehören Hennatätowierungen zu ihrem Handwerk, allerdings entschieden sich die Kunstlehrerinnen für abwaschbare Tattoostifte, da Hennafarben oft nicht hautverträglich sind. Die  Haut reagiert meist erst nach mehrmaliger Anwendung auf die Zusatzstoffe. Daher findet das länger sichtbare Hennatattoo im schulischen Bereich keine Anwendung.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule verglichen stolz ihre Motive und staunten über die präzise Geschicklichkeit der Künstlerin, die im Akkord die Unterarme dreier Klassen bemalte. Die kleinen Kunstwerke sind zwar nur temporär, beeindrucken aber in ihrer Vielfalt nicht minder.

                                                                                                                        (U. Kuhla, FL)

 

 

 

Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht der Klasse M9b (M. Müller) seht ihr hier: