Eine Lesung der besonderen Art

 

 mit Kinderbuchautor

 

Josef Koller

 

 

Aufgeregt und gespannt saßen die Grundschüler der 1. bis 4. Klassen am Mittwoch, den 21. Juni 2017 in der Turnhalle. Warum? Ein echter Schriftsteller hatte sich angemeldet, der ihnen Kostproben aus seinen Werken vortragen wollte – und das sogar kostenlos!

 

Josef Koller, der Kinderbuchautor, machte dann seine Lesung zu einem besonderen Erlebnis für die Mädchen und Jungs. Mit viel schauspielerischem Talent las er nämlich nicht nur aus seinem Werk „Die Spezialisten“ vor, sondern er erzählte lebendig, lustig und spannend Teile aus der Geschichte und verdeutlichte das jeweilige Geschehen mit großformatigen Bildern, wie sie auch im Buch zu finden sind. In dieser Geschichte geht es um Goran, Lisa,  Steini und Max. Außerdem ist da noch Onkel Erwin, der viele Goldschätze und einen Roboter zuhause hat.  Diesen wollen Piraten klauen. Die Freunde machen sich auf den Weg, um Rieke zu retten. Aber wovor eigentlich? Das wissen die drei noch nicht so genau. Doch sie haben es sehr eilig, und der starke Goran lässt die schweren Holzruder so schnell durchs Wasser gleiten, dass sie sogar ein Motorboot überholen. Lisa ist total begeistert von der wilden Fahrt. Steini wird es eher schlecht davon und Goran brüllt beim Überholen: "Immer schön Gas geben, Alter!"

Mit seiner Mimik, Gestik und seiner kindgerechten Sprache verstand er es, die kleinen, aber auch großen Zuhörer zu fesseln. Kurz vor Ende der Geschichte brach Herr Koller jedoch seinen Vortrag ab, denn wie diese ausgeht, sollten die Kinder doch selbst nachlesen können. So waren viele Kinder hoch motiviert zu erfahren, wie diese wohl endet und zum Lesen dieses Buches animiert.

 

Im Anschluss an die Lesung stand Josef Koller Rede und Antwort auf die vielen Fragen der wissbegierigen Schülerinnen und Schüler.

So wollten sie z.B. wissen, wie lange es dauert, bis so ein Buch fix und fertig sei und dann im Bücherladen steht. Strahlend erklärte Herr Koller den Werdegang eines Werkes von den ersten Notizen bis zum fertigen Manuskript. So schreibe er zunächst seine Geschichten auf einen Spiralblock, den er überall mit hinnehmen könne. Am Computer sitzend hätte er keine Ideen. Häufig verarbeite er eigene Erlebnisse aus seiner eigenen Kindheit und der seiner Kinder, seiner Umwelt und aus Beobachtungen, wenn er z.B. im Café  sitze und seine wunderbaren Geschichten schreibe. Wenn das Buch fertig geschrieben ist, müsse er es heute nicht mehr mühselig von Hand in den Computer eintippen, sondern ein Sprach-aufzeichnungsprogramm schreibe den Text nach seinem Diktat selbstständig nieder.  Das erleichtere die Arbeit sehr, doch sei der Computer auch manchmal dumm und er schreibe vielleicht statt „Ruderboot“ auch schon mal „Butterbrot“ und macht aus seinem Hund „Trottel“ anstatt „Zottel“. Deshalb müsse er seine Texte am Computer Korrektur lesen, bevor das Buch in „Druck“ gehen könne. Auch tolle Bilder, die von einer Künstlerin gemalt werden, würden zur Veranschaulichung und Freude der Leser mit eingefügt. Zum Schluss würde jedes Buch gebunden und mit einem schützenden Umschlagdeckel versehen.

Auf die Frage, ob Herr Koller schon immer Schriftsteller gewesen sei, erklärte er seinem jungen Publikum seinen eigenen Werdegang:                                            In Eggelstetten, einem kleinen Ort in der Nähe von Augsburg, wurde er  geboren. Er besuchte nach der Grundschule zunächst die Realschule in Rain am Lech. Anschließend machte er seinen Abschluss an der Fachoberschule in Kempten. Seit einigen Jahren wohnt Josef Koller mit seiner Frau und zwei Kindern an der Nordsee in der Nähe der Insel Norderney.

 

Auch schon während seiner Schulzeit hat der Kinderbuchautor viele Geschichten geschrieben, die jedoch noch nicht veröffentlicht wurden. Nach Beendigung der Schule musste er natürlich für seinen Lebensunterhalt sorgen und arbeitete daher etliche Jahre in der Getränkeherstellung. Doch im Grunde seines Herzens war Josef Koller immer nur Schriftsteller. Dass er das einmal werden wollte, wusste er bereits in der Grundschule. Also fasste er sich mit 36 Jahren ein Herz und kündigte seinen gut bezahlten Job um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Seine anfängliche Notlage, keinen Verlag zu finden, erwies sich als reiner Glücksfall, denn durch die Gründung seines eigenen Verlages kann Josef Koller zum einen sein Talent zum Produzieren und zum anderen auch sein schöpferisches Talent ausleben. In seinem ersten Buch „Joko“ (von Josef Koller), das er mit 25 Jahren zu schreiben begann,  wollte er selbst Teil des Geschehens sein, denn schon als Kind wollte er überall rein. In „Joko“ lässt ihn eine gute Fee hinein. Im zweiten Buch verarbeitete er Erlebnisse seiner eigenen Kinder aus Schule und Freizeit sowie seine Erfahrungen als Fußballtrainer. Das Buch heißt „Joko und das  Razefumm“.  

 

Josef Koller ist ein erfolgreicher Buchautor. Mittlerweile sind fünf Bücher des fröhlichen Autors für Kinder mit großem Erfolg im Jofes Verlag erschienen. Das ganze Jahr über ist er im gesamten deutschsprachigen Raum auf Lesereise. So hält er ca. 300 Lesungen pro Jahr ausschließlich in Grundschulen, weil seine Geschichten für diese Altersgruppe besonders geeignet sind, und weil es während seinen Lesungen dort immer sehr viel zu lachen gibt und er viele lustige Begebenheiten sammelt, die er dann wiederum in seinen Werken verarbeiten kann.

 

 

  Den Mädchen und Jungen gab Josef Koller zum Abschluss seinen Wahlspruch            mit auf den Weg:

„Wenn du etwas wirklich willst, dann mach es so wie Joko: Gib niemals auf und verfolge zielstrebig deine Ziele!“

 

Die Kinder und Lehrkräfte der Grund& Mittelschule Pressig möchten sich an dieser Stelle ganz herzlich bei Josef Koller für die großartige und sehr lebendig Lesung bedanken. Denn durch seine große Begeisterung, mit der er  seine Bücher vorstellte, konnte er die Lesefreude bei vielen Kindern wecken. Mit einem lang anhaltenden Applaus zeigten die Schülerinnen und Schüler am Ende ihre Begeisterung. Bereits am nächsten Tag gingen viele Bestellungen für seine Bücher ein.  Das zeigt am besten, wie er die Kinder motivieren konnte und kann als berechtigter Lohn im Hinblick auf die Förderung der Lesefreude seines jungen Publikums angesehen werden.

 

Alle fanden: „Das war spitze!“ und sind sich einig:

 

„Bravo, Herr Koller! Mach Sie weiter so!“