Theater-Markttag an der Grundschule Pressig:

 

Die „Händlerin der Worte“

schlug mit ihrem „Artikelomaten“ den Marktstand in der  Turnhalle in Rothenkirchen auf

 

Seit 2005 inszeniert die Theaterproduktion Nimmerland auf der Grundlage des Grundschullehrplans Stücke zu verschiedenen Fächern, wie Deutsch, Englisch, Französische, Musik, Mathematik, Sachkunde und Ernährung. Musik und Text des pädagogischen Stücks „Die Händlerin der Worte und der Artikelomat“ stammt aus der Feder von Thomas Lange nach einer Idee von Claude Theil.

Am Freitag, dem 11. März, gastierte das Theater Nimmerland aus Hannover nun in der Rothenkirchener Turnhalle der Grundschule Pressig. Die Schauspielerin Véronique Weber hatte hier ihren Marktstand aufgestellt und bot den Schülern und Schülerlinnen der 1. Bis 4. Klassen in ihrem großartigen Soloprogramm als Markthändlerin Worte an: große und kleine Worte, lange und kurze Worte, Teekesselchenworte, Zungenbrecher, Ersatzwörter und viele mehr. Dabei wurde nicht nur die deutsche Grammatik durchleuchtet und kindlgemäß nähergebracht. Die wissensdurstigen Mädchen und Buben lernten auch, dass es nicht nur darauf ankommt, was wir sagen, sondern vor allem auch, wie wir uns ausdrücken.

Mit Liedern tollen eingängigen Liedern und Stoffbuchstaben und –wörtern pries die Händlerin immer wieder ihre Ware an: „Willkommen am Marktstand der Worte! Ich habe Worte zu verkaufen!“ Mit dem Wort Ferien, das bei allen Kindern sehr beliebt ist, startete sie ihr Verkaufsangebot. Dieses Wort, so meinte sie, sei der reinste Verkaufsschlager, und die kleinen Zuschauer und Zuschauerinnen stimmten ihr begeistert zu.

Neben ihrem Marktstand hatte die quirlige Händlerin Véronique noch etwas ganz Besonderes, von ihr selbst Erfundenes zu bieten: den Artikelomaten!  Diesen musste man nur oben mit einem Nomen füttern, ein paar Mal an der Kurbel drehen und schon spukte er unten den passenden Artikel aus. Dies funktionierte auch bei der Demonstration einiger Wörter ganz hervorragend. Bis eines Tages, laut ihrer Erzählung, ein Schüler nicht nur ein Wort, sondern einen ganzen Satz eingegeben habe: „Leiter ist nicht mehr zu gebrauchen“. Der Artikelomat spendierte dem Buben daraufhin wohl den Artikel „der“. Doch natürlich sei nicht der Schul-Leiter gemeint gewesen als vielmehr die kaputte Leiter der Schule!

Jetzt zeigte es sich, dass die Pressiger Grundschüler ihre Grammatiklektionen gut gelernt hatten. Beim Teekesselchen-Wörterspiel konnten sie die Wörter mit zwei Bedeutungen, wie z.B. Birne, Hahn, Nagel, Strauß, ohne Probleme erraten und natürlich auch die passenden Artikel dazu finden.

 

Doch die eifrige Händlerin hatte noch mehr Wörter im Angebot. Nun pries sie ihre Ersatzwörterkiste zum Thema „Ich mag dich“ an. Aber diese, so Véronique, fände leider nicht so großen Anklang bei den Kunden. Ausdrucksstark spielte sie jedoch den Kindern verschiedene Möglichkeiten vor, wie man mit diesen drei Worten jemanden sagen kann, dass man ihn gut findet. Das Lied „Der Ton macht die Musik“ unterstrich das „Wie man etwas sagt“ noch einmal eindrucksvoll, und die Kinder waren begeistert dabei.

Die Händlerin wäre nicht eine solch emsige Marktfrau, wenn sie nicht auch Wortketten, wie „Toilettenbürstenhalterungsgebrauchsanweisung“ oder das längste Wort der Welt „Erdbeerknusperhaferflockensensationsgeschmacks-erlebnis“ im Angebot gehabt hätte. Musikalisch wurde es wieder mit dem Zungenbrechern „Zwei Schwalben zwitschern zwischen zwei „Zwetschgen-zweigen“. Beim Refrain brauchte Véronique die Hilfe der Kinder und nach einer kurzen Tierstimmenübung durften sie im Chor mitsingen. Das machte riesigen Spaß!

Schließlich betonte die Händlerin, dass Wörter sehr gut anstelle von Fäusten eingesetzt werden könnten. Den Artikelomaten funktionierte sie zum Schluss um in einen Geschenkomaten für alle Wörter, die man nicht kaufen kann, um. Eines davon sei z.B. das Wort „Entschuldigung“. Diese Wörter müssten von Herzen kommen und wären daher mit Geld nicht zu bezahlen.

Zum Schluss erhielt jeder im Publikum ein Kleeblatt, das sinnbildlich für „Glück“ stehen sollte, geschenkt.

Die Schülerinnen und Schüler bedankten sich bei der „Händlerin der Worte“ mit einem stürmischen Applaus und einem Wort aus dem Geschenkomaten: Dankeschön!

Dank einer großzügigen Spende unseres des Fördervereins und der Grund- und Mittelschule Pressig beliefen sich die Kosten für die Theateraufführung auf nur 3 Euro pro Schüler.