Am 03.02.2017 freuten wir uns, das Ensemble Radiks mit ihrem Theaterstück „Fake – oder war doch nur Spaß“ an der Mittelschule Pressig begrüßen zu dürfen. Die Anspannung war regelrecht spürbar, als die Schauspieler die Geschichte der 17 jährigen Lea, einer Schülerin, wie sie an jeder Schule gefunden werden kann, aufführten. Lea träumte davon, Sängerin zu werden und bewarb sich bei einer Casting Agentur. Als sie dort angenommen wurde, war der Neid einiger Mitschüler geweckt. Aus ersten Sticheleien und Ausgrenzungen entwickelten sich schnell massive Mobbing-Attacken in verschiedenen sozialen Netzwerken. Es folgten anonyme Drohanrufe, Beleidigungen per SMS, bis hin zu einem Video im Netz, welches Lea minutenlang betrunken auf einer Toilette zeigt. Wehrte sich das Mädchen zu Beginn noch gegen die Angriffe, schien sie nunmehr die Beleidigungen und Bedrohungen gleichgültig zu ertragen. Als sie jedoch erfuhr, dass auch ihr Freund zu den Mobbern gehört, der sie mit ihrer Liebesaffäre nur hinters Licht geführt hatte und der Vater sie zur Anzeige drängen wollte, brach sie endgültig zusammen. Im Stück konnte zum Glück das Schlimmste verhindert werden. Lea wurde durch ihren besten Freund Andy gerettet und die Polizei ermittelte. Die Mobber wurden zur Verantwortung gezogen.

 

Anschaulich stellte die Geschichte die Gefahren eines leichtfertigen Umgangs mit und der Weitergabe von persönlichen Daten im Netz dar. Wie schnell sich dabei anfänglich „spaßig“ gemeinte „Likes“ oder „Posts“ zu ernst zu nehmenden, nicht mehr beeinflussbaren Mobbing-Attacken entwickeln, konnten die Schauspieler im Stück eindrucksvoll vermitteln. Häufig werden diese Sticheleien, Beleidigungen oder gewalttätige und pornographische Inhalte durch den fehlenden persönlichen Kontakt im Netz leider leichter geteilt und verbreitet als im realen Leben. Dass leider auch ein Großteil unserer Schüler bereits direkt oder indirekt mit entsprechenden Inhalten konfrontiert wurde, zeigte eine Umfrage, welche von den Medienscouts der Schule durchgeführt wurde. Die wichtigsten Ergebnisse wurden zusammengefasst und im Anschluss an die Vorführung von den Schülersprecherinnen vorgestellt. Es wurde deutlich, dass die Entwicklung eines solchen Szenarios durchaus realistisch sein kann. Im gemeinsamen Gespräch der Schauspieler, Schüler, Lehrer und Jugendkontaktbeamten der Polizei wurden dazu am Beispiel von Leas Geschichte Kernpunkte wie „Wie hätte die Entwicklung verhindert werden können?“ oder „Wer hätte an welcher Stelle eingreifen können?“ interessiert diskutiert.

 

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserem Förderverein „Freunde und Förderer der Volksschule Pressig“, welcher die Veranstaltung durch die Förderung im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ermöglicht haben!

 

 

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter www.demokratie-leben.de.