Klasse 4a erkundet

das Müllheizkraftwerk Coburg

 

Gemäß dem Grundschullehrplan beschäftigte sich die Klasse 4a der Grund- und Mittelschule Pressig intensiv mit dem Thema Müll. Dabei lernten sie alles Wesentliche über die verschiedenen Arten von Abfall und natürlich auch über Müllvermeidung, Mülltrennung, -entsorgung und –wiederverwertung.

Zum Abschluss dieses Projektes stand  schließlich zusammen mit Frau Baumann ein Unterrichtsbesuch in Coburg im für den Landkreis Kronach zuständigen Müllheizkraftwerk an.

 

Frau Eisenträger-Sarter empfing die Klasse 4a und ihre Lehrerinnen im Schulungsraum, wo sie sie kurz zum Werdegang und dem Aufbau des Heizkraftwerkes informierte. Die SchülerInnen erfuhren, dass in den 70-er Jahren die ersten Überlegungen zum Bau eines zentralen Müllentladeplatzes aufkamen, da die Gemeinden früher ihren gesamten Müll unsortiert in der Natur abluden, was natürlich sehr umweltschädlich war. Da aber kein solcher Platz gefunden werden konnte, einigte man sich auf den Bau des Müllheizkraftwerkes. Da solch eine Anlage sehr teuer ist,  schlossen sich die Landkreise Kronach, Lichtenfels und Coburg zu einem Verbund zusammen und der Freistaat Bayern förderte das Projekt mit der Hälfte der Kosten.

 

Dann demonstrierte Frau Eisenträger-Sarter anhand praktischer Beispiele das Thema Müll früher und heute. Sie erzählte, dass in ihrer Kindheit viel weniger Problemmüll anfiel, da die Verpackungen hauptsächlich aus Papier, Pappe und Glas bestanden. Gerade Glas könne immer wiederverwertet werden und diene dadurch optimal der Nachhaltigkeit. Heute jedoch seien die meisten Verpackungen aus Kunststoff und Aluminium. Diese Stoffe machten oft große Probleme. Vor allem die Kunststoffabfälle in den Weltmeeren mache der Umwelt größte Probleme. Die Entsorgung und/oder Wiederverwertung könne nur dann optimal gelingen, wenn die Menschen die Mülltrennung ernst nähmen.  

 

Nach einer kleinen Wiederholung, welcher Müll in welche Tonne gehört, ging die Führung los. Jeder musste zuerst einen Kopfhörer aufsetzen, denn in den Hallen des Heizkraftwerkes ging es teilweise durch die Maschinen recht laut zu.

Zuerst besichtigten die SchülerInnen die  Müllentladestation. Danach ging es zum Arbeitsplatz des Kranführers, der hinter einer Glaswand von schräg oben einen super Blick über den gesamten Müllbunker hat. Mit einem Greifer beförderte er den Müll in einen der beiden Öfen. „Diese bekamen einmal von einer Schulklasse den Namen „Max und Moritz“, erzählte Frau  Eisenträger-Sarter.  Hier wird der Müll bei ca. 1000 °C verbrannt. Die Klasse war ziemlich beeindruckt davon, dass  die durch die Verbrennung entstehende Hitze in Fernwärme umgewandelt werden kann. Jeder der Brennöfen braucht natürlich einen Schlot, durch den der nahezu saubere Wasserdampf entweichen kann. Fast alle Schadstoffe werden in der Anlage aussortiert und der giftige Abfall in Thüringen tief unter der Erde in alten Salzstollen abgelagert, wo er nicht in das Grundwasser gelangen und somit keinen Schaden anrichten kann.  Sollten jedoch einmal aus Wartungsgründen ein oder sogar beide Öfen ausfallen, gibt es einen Kohleofen, der geschürt werden muss, damit die Haushalte, Schulen und Krankenhäuser in Coburg noch Warmwasser und Wärme erhalten können. Deshalb gibt es nicht nur zwei sondern drei riesige Schlote. Die riesigen Rohre, durch die das heiße Wasser vom Kraftwerk in die Haushalte gelangt, beeindruckten die Mädchen und Jungen sehr.

 

Nach diesem interessanten und lehrreichen Unterrichtsgang können sich die SchülerInnen ein Bild davon machen, wie aufwendig unser Müll entsorgt werden muss. Das motiviert sie,  in Zukunft noch stärker zu versuchen, Müll zu vermeiden und auf wiederverwertbare Verpackungen, z.B. gerade für ihr Pausenbrot und ihre Getränke,  zu achten. Dabei rief Frau Eisenträger-Sarter sie zum Abschluss dazu auf, doch ihre EMIL-Glasflaschen wieder benutzen.