Am 7.03.2018 war Tag des Merkens

                 

 an der Grund- und Mittelschule Pressig

 

 

Lernen macht Spaß!

 

Bei  einem  "Tag des Merkens"  am  7. März 2018  war  der Merkmeister Herr  Hofmann  zu Besuch  an  der Grund- und Mittelschule  Pressig. Er zeigte er den Schülern so einige Kniffe und Tricks, bildete die Lehrer fort und informierte auch  die Eltern über seine Methoden.
 

 

In seiner Schulzeit ging es Ralf Hofmann  nach eigenen Berichten oftmals so, dass er viel Zeit mit Lernen verbracht hatte und hinterher dennoch das Gelernte in Prüfungen nicht abrufen konnte. Daher wisse er aus eigener Erfahrung genau, wie schlecht man sich fühlt, wenn man wieder einmal eine schlechte Note erhalten habe. Mit den negativen Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit verbindet man später Lernen mit Mühen und Anstrengungen. Ralf Hofmanns größtes Ziel ist es daher, Schülern und Erwachsenen aufzuzeigen, wie sie schnell und erfolgreich lernen und dabei auch noch Spaß haben können.

 

Lerntechniken

 

Probleme, Einkaufslisten zu erinnern oder sich Namen und Gesichter zu merken? Manche Techniken können sofort umgesetzt werden und lassen sich leicht in jeder Situation anwenden. Ein wenig Übung bedürfen andere Techniken. Dafür hat der Merkmeister Übungsmaterial selbst zusammengestellt und produzieren lassen.

 

Sein Leitspruch lautet:

 

„Ein gutes Gedächtnis gibt Sicherheit, Selbstvertrauen, verbessert die Schulnoten und erhöht die Zukunftschancen!“

 

Aber welche Techniken gibt es um sich etwas besser zu merken?

Vormittags hielt er dem Alter der Schüler entsprechend in den verschiedenen Jahrgangsstufen einen Merkunterricht. Dabei beschäf-tigten sich die Kinder damit, wie das Gehirn aussieht und wie es arbeitet. Um die unterschiedlichen Techniken zu demonstrieren, bat Herr Hofmann die Schüler sich zehn Dinge auszudenken, die er seinem Sohn zum Geburtstag kaufen könnte. Damit er keinen Gegenstand  vergaß, verknüpfte der  "Merkmeister" jeden  Gegenstand  mit  einem Körperteil und  einer möglichst sonderbaren oder lustigen Geschichte.

Nun stellte Herr Hofmann die größten Städte Deutschlands - Berlin, Hamburg und München .... vor und verpackte sie in eine tolle Geschichte: „Ihr sammelt Kleider für arme Kinder in Afrika und  geht dabei von Haus zu Haus. Eine riesige Bärin öffnet Euch die Tür und wirft einen Hamburger nach euch. Sie hat ein Dirndl an ....", usw.

Diese Technik ließe sich auch auf das Lernen von Gedichten, Liedern, in den Sachfächern oder auf anderen Lernstoff übertragen, so der Merkmeister. Anhand von Bildergeschichten konnten die faszinierten Schülerinnen und Schüler z.B. auch recht schnell Bäume im Wald erlernen. Auch am Beispiel des  Arbeitens in größeren Zahlenräumen zeigte er Kniffe, die den Kindern erleichtern können sich größere Zahlen zuverlässig einzuprägen.

Für die tolle Mitarbeit beim Merkunterricht erhielt  jedes Kind eine eigene Teilnahmeurkunde. Auf einem großen Banner konnten die Mädchen und Jungen auch unterschreiben und dadurch bestätigen, dass sie dabei waren und vielleicht bald selbst „kleine Merkmeister“ sein werden.  

 

Elternabend

 

Am Abend waren dann die Eltern, Lehrer und alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Herr Hofmann brachte den Gästen sehr schnell nahe, dass die Merk- und Lerntechniken nicht nur für Schüler eine Erleichterung bringen. Er erklärte: „Zwei Fäuste aneinandergelegt – das ist unser Gehirn – maßstabsgetreu. Zwar haben Männer das größere Gehirn, doch Frauen eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit von Daten.“ Ein wichtiger Faktor sei beim Lernen, wie viel man schon an Vorwissen mitbringe. Der wichtigste Punkt beim Thema Intelligenz sei jedoch, in welchem Zeitraum man sich wie viele Informationen merken könne.

Der Merkmeister erklärte weiterhin, das Lernen bei Kindern und Erwachsenen sei sehr verschieden, denn Erwachsene hätten bereits vorhandene Kenntnisse, an die sich neue Informationen viel leichter anhängen könnten. Zudem würden sich oftmals durch Hören „verschlossene Türen" öffnen. Das Lernen sei für Kinder so, als wenn sich ein Erwachsener im Eigenstudium Chinesisch lernen wolle. Es sei für viele sehr schwierig und zeitintensiv sich neue „Gedächtnisketten" anzulegen. Der Wissensvorsprung Erwachsener mache das Merken von neuen Inhalten viel leichter. Dies  müsse man beim täglichen Lernen berücksichtigen. Pro Sekunde würde unser Gehirn unterbewusst mit 1,4 Millionen Informationen gefüttert. Dabei arbeite es wie ein Trichter. Würden uns nun eine Reihe von Namen aufgesagt, so blockierten wir meist nach ca. sieben Informationen. Unser Kurzzeitspeicher sei überaus störanfällig wenn äußere Einflüsse auf ihn wirkten. In der Regel schafften es nur die interessanten, spannenden, komischen und kurzweiligen Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Wenn ein Merkstoff diese Merkmale nicht habe, so fiele es oft schwer, sich einen solchen anzueignen.

Ein interessanter Tipp des Referenten Hofmann war auch: „Lassen sie die Kindern ruhig einen Spickzettel schreiben!“  Warum? Damit setzen sich die Mädchen und Jungen sehr intensiv mit dem Lernstoff auseinander und reduzieren ihn auf das Notwendigste. Oft reicht ein Stichpunkt und sie erinnern sich alleine an das andere. Sie legen sich quasi selber „Türöffner" fest.

Um dies zu demonstrieren lud er schließlich alle Gäste zum aktiven Mitmachen ein. Die Erwachsenen durften die Briefkastentechnik ausprobieren. Sie erarbeiten so einen Einkaufszettel mit zehn Gegenständen, was sich als sehr erfolgreich erwies. Dabei stellte sich die Frage: „Warum nur zehn?". Der Merkmeister erklärte, dass es sinnvoll sei kleine Schritte zu machen, Erfolgserlebnisse zu sammeln und dann darauf aufzubauen um keine Demotivation aufkommen zu lassen. Wichtig sei auch, große Schwächen einzugestehen und/oder aufzuzeigen, denn damit nehme man automatisch die Angst.  Kinder kommen dann von selbst mit dem Lernstoff an, bei dem sie Hilfe benötigen. Das mache es dem Lehrer/den Eltern leichter, an Lücken zu arbeiten und diese zu füllen.

 

„Schau her – das habe ich – ganz alleine geschafft!“

 

Der Merkmeister Herr Hofmann erläuterte den Anwesenden auch die Bedeutung des Lernes für unsere Kinder.

 

Lernen benötige                                                                                                      

-  eine Bezugsperson (Schau her), dies ist der Lehrer – für den die Kinder

   gerne lernen.

 

-„Das habe ich" – stehe für den Eigeninvest, denn Lernen fordert eigene 

   Anstrengung und Erfolgserlebnisse - die Noten und das Lob.                               

 

Schimpfen ändere die Noten ja sowieso nicht mehr, erklärte Hofmann, vielmehr müsse man nach vorne schauen und sich neue Ziele stecken.        Die  Lernwortstrategie könne dabei hilfreich sein, denn damit ließen sich sogar Vokabeln und auch Rechtschreibung  erarbeiten.
 

Ralf Hofmann konnte mit Witz und vielen Tipps aus der Praxis die Eltern überzeugen und für seine „Merkstrategie-Sache“ gewinnen. „Es liegt nicht am Gehirn, sondern an der Aufbereitung der Informationen und mit Spaß lässt sich einfach schneller und effektiver lernen!", beendete er seinen interessanten und äußerst lehrreichen Vortrag.  

 

Weitere Informationen zum Merkmeister und zum Tag des Merkens findet man unter www.merktechniken.de